Julia Giese

„Auch so kann Wissenschaft funktionieren“ – 

Wie eine Politik- und Sozialexpertin im Startraum ihre Forschungsarbeit im Ausland bewältigt

Hochschul-Job im US-Bundesstaat Virginia, Promotions-Stelle in London, Standort Göttingen. „Für mich kein Problem“ sagt Julia Giese. „Auch so kann Wissenschaft heute funktionieren.“ Als Arbeitsplatz habe sie ganz bewusst den Startraum gewählt, sagt die Politik- und Sozialwissenschaftlerin, die unter anderem in Hamburg, Südafrika, Schweden, Indien und England studiert und geforscht hat. „Ich arbeite nicht gerne in der eigenen Wohnung. Und ich hatte gehört, dass man im Startraum beste Bedingungen vorfindet.“

 

Außerdem habe sie Anschluss an eine Community gesucht, sagt Giese.

Denn als sie im Frühjahr 2020 ihrem Lebenspartner nach dessen berufsbedingtem Umzug aus London nach Südniedersachsen gefolgt sei, habe sie in Göttingen sonst niemanden gekannt. Das habe sich durch die Arbeit im Startraum schnell geändert.

 

An zwei Tagen in der Woche befasst sich Giese im Startraum jetzt

mit ihrer Aufgabe als wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität Virginia in den USA. In dem Projekt "Digital Media, Participation and Political Culture" geht es um die Räume, die neue digitale Plattformen eröffnen, und die vor allem anderweitig unterrepräsentierte Akteurinnen zur medialen Teilnahme ermächtigen. 

Gieses Hauptarbeit ist aber ihre durch ein Stipendium geförderte Promotion an der Loughborough University London im Rahmen des Forschungsprojektes "Migrant Memory and the Post-colonial Imagination". Das Projekt konzentriert sich darauf, wie Menschen mit südasiatischem Erbe sich an die Prozesse der Entkolonialisierung und Migration erinnern und welche Rolle diese Erinnerungen für ihr heutiges Leben in Großbritannien spielen.

 

Das Ende der britischen Kolonialherrschaft besiegelte im Sommer 1947 die Teilung des indischen Subkontinents in die unabhängigen Staaten Indien und Pakistan. Pakistan wurde dabei in einen größeren westlichen und einen kleineren östlichen Teil getrennt. Für viele Millionen Menschen auf beiden Seiten der neuen Grenzen war die Teilung gleichbedeutend mit Umsiedlung, Flucht und Vertreibung. 1971 schließlich wurde aus dem östlichen Teil Pakistans das heutige Bangladesch.

 

Giese befasst sich im Rahmen ihrer Promotion speziell mit dem kollektiven Gedächtnis von Britisch Bengalischen Frauen. Sie versuche, durch kreative Methoden zu ergründen, wie die Frauen ihre Vergangenheit und ihre Identität verstehen, sagt die Forscherin. Es gehe dabei um das „kollektive Gedächtnis“, sagt Giese. „Dieses kollektive Gedächtnis besteht aus den einzelnen Geschichten, die Menschen in sich tragen. Das sind die Geschichten, die ihnen helfen, mit ihrer Vergangenheit umzugehen, aber auch ihre Identität im Alltäglichen zu finden.“

 

Da die Feldforschung abgeschlossen sei, könne sie den schriftlichen Teil ihrer Promotion sehr gut im Startraum absolvieren, sagt Giese. „Dort stimmt die Atmosphäre und es gibt eine sehr gute Mischung aus Arbeit und Austausch.“

ÖFFNUNGSZEITEN

09:00 - 16:00 Uhr

für Coworker:innen: 24/7

KONTAKT

hallo@startraum-goettingen.de

tel: +49 176 80815996

Friedrichstraße 3-4, 37073 

Göttingen

  • Schwarz LinkedIn Icon
  • Instagram Social Icon
  • Facebook Social Icon

© 2020 StartRaum Göttingen GmbH